Wie führen wir in 5 Jahren? – Ein Blick in die Glaskugel

Das war eigentlich eine fröhliche Veranstaltung neulich in Überlingen am Bodensee: Trainertreffen der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft. Ein bunter Haufen in Business Casual, jede Menge Bussis und echte Umarmungen, lange nicht gesehen, geht’s dir denn gut, was machst du zur Zeit?

Am Nachmittag dann ein Open Space zu der ernsten Frage: Welche Unterstützung brauchen Unternehmen im Jahr 2017 von uns Trainern? – Also haben wir überlegt und gegrübelt, uns ausgemalt und manche Befürchtung entdeckt, die uns bis dato verborgen geblieben war. Für die Optimisten gab es den einen oder anderen Lichtblick am Ende des Tunnels. Die anderen übten sich in Selbstbeschwichtigung. So schlimm wird es schon nicht kommen.

Denn klar war uns eigentlich nur eins: In 5 Jahren wird nichts mehr so sein wie heute. Und die entscheidende Frage haben wir uns gar nicht erst gestellt: Wie wird man in 5 Jahren führen? Was werden unsere Kunden – die Führungskräfte – dann lernen müssen? Die Antwort weiß ganz allein der Wind (und der wahrscheinlich auch nicht wirklich).

Das ist schon eine ziemliche Herausforderung für gut bezahlte Experten, zugeben zu müssen, dass wir keine Ahnung haben! Was manchen natürlich dazu verleitet, so zu tun als ob. Auch wenn er nur mit geschlossenen Augen in die Glaskugel geschaut hat.

Allerdings, vielleicht steckt ja gerade darin des Rätsels Lösung. Oder wenigstens eine ganz brauchbare Strategie: Wie wir uns – und unsere Kunden, die Führungskräfte von heute, von denen viele auch in 5 Jahren noch aktiv sein werden – vorbereiten können auf eine ganz und gar ungewisse Zukunft. Denn was wir heute noch, zumindest mit einiger Sicherheit vorherzusagen können glauben ist, dass wir in Zukunft immer weniger darüber wissen werden können, was uns am nächsten Morgen erwartet.

Mit dieser Ungewissheit souverän umzugehen, wird eine Schlüsselqualifikation sein für Führungskräfte in 5 Jahren. Es wird derjenige erfolgreich sein, der sich nicht unterkriegen lässt von der Sorge um eine ungewisse Zukunft. Der gelernt hat, sich zu helfen. Und ad hoc zu entscheiden, auch wenn er die Situation, in der er sich wieder findet, noch nie erlebt, geschweige denn trainiert hat.

Die Führungskraft wird einen sinnvollen Job machen, der es gelingt, ihre Mitarbeiter in Zuversicht und Selbstsicherheit zu bestärken. Und die mit ihnen gemeinsam ein waches Auge hat auf die ersten Anzeichen für Chancen und Gefahren. Weak signal detection heißt das Zauberwort, das uns mehr und mehr begegnen wird. Umsichtig und beherzt zugleich auf Muster reagieren wird eine Fertigkeit sein, mit der wir die ungewisse Zukunft meistern. Und das können wir auch heute schon mal üben.

So, jetzt habe ich doch in die Glaskugel geschaut. Und wahrscheinlich kommt alles noch ganz anders. Aber wer weiß …

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

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